15 Mythen der Hundeernährung

Was stimmt wirklich

15 Mythen der Hundeernährung – was stimmt wirklich?

In der Hundeernährung halten sich hartnäckig viele Mythen. Wir haben 15 davon untersucht. Hier erfährst du was wirklich stimmt.

Mythos 1: Hunde sind Fleichfresser

Da dieses Thema sehr umfangreich ist, haben wir ihm einen eigenen Beitrag gewidmet, den du hier findest.

Mythos 2: Getreide löst Allergien aus

Dieser Mythos ist eindeutig falsch.

Nur weil man seinen Vierbeiner mit getreidehaltiger Nahrung füttert entwickelt er nicht automatisch eine Glutenallergie.

Wie ihr in unserem Blogbeitrag über Allergien nachlesen könnt, findet man diese eher selten vor, meistens leidet das Tier an einer Unverträglichkeit.

Natürlich ist es möglich, dass dein Tier allergisch auf Getreideeiweiß reagiert, meistens ist die Reaktion aber eigentlich auf minderwertige Pflanzen-Produkte oder chemische Zusatzstoffe (Konservierungsstoffe, Pestizide und Antioxidationsmittel) gerichtet.

Falls du dich trotzdem sorgst, dass dein Vierbeiner eine Allergie entwickelt, kannst du beim Futterkauf aufpassen, dass der Getreideanteil unter 60% liegt.

Mythos 3: Hunde brauchen keine Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind zwar weder für Mensch noch Hund essenziell, aber wirken dennoch als wichtige Energiequellen.

Außerdem liefern Kohlenhydrate Ballaststoffe, die Nahrung für die „guten“ Darmbakterien ist.

Kommen Hunde also ohne Kohlenhydrate aus? Wahrscheinlich schon. Heißt das im Umkehrschluss, dass sie diese nicht brauchen? Definitiv nicht.

Der Organismus des Hundes ist durch „protein sparing“ in der Lage, statt Proteinen Kohlenhydrate zu nutzen, um Energie zu gewinnen. Das kann viele positive Vorteile haben, denn die dadurch nicht verwendeten Proteine können helfen …

  • … Körpergewebe aufzubauen und zu reparieren,
  • … das Immunsystem gesund zu halten und
  • … wertvolle Aminosäuren bereitzustellen.

Es ist also keine schlechte Idee, dem Hundefutter Kohlenhydrate in Maßen hinzuzufügen.

Dass der Hundeorganismus Kohlenhydrate verwerten kann zeigt übrigens zusätzlich auf, wie unähnlich sich Hund und Wolf in dem Falle sind. Der heutige Wolf kann Kohlenhydrate in höheren Mengen nämlich nicht effektiv verwerten.

 

Mythos 4: Füttern erst nach dem Gassigehen und keine Aktivität nach dem Fressen

Ja, als Halter sollte man darauf Acht geben, dass sich der Hund 1 bis 2 Stunden nach der Mahlzeit ausruhen, bevor es raus geht.

Wer kannte es nicht. Strahlender Sonnenschein, 26°C, noch das letzte Rest Fett der Portion Pommes von den Fingern abgeschleckt, auf dem Weg zurück ins Schwimmbecken und plötzlich: „Warte noch eine halbe Stunde, bis du wieder ins Wasser gehst!“ Genauso, wie eine Ruhephase nach dem Essen förderlich für die menschliche Verdauung ist, so geht es auch dem Hund.

Zur Klärung dieses Mythos müssen wir uns das vegetative Nervensystem ansehen, das aus dem Sympathikus und Parasympathikus besteht (beides ebenfalls Nervensysteme).

SympathikusParasympathikus
  • reagiert auf Stress, Gefahren, Aufregung und hohe Aktivität
  • bewirkt eine Leistungssteigerung des Organismus
  • Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks
  • Vorgänge, die für die gesteigerte Aktivität nicht gebraucht werden, werden gehemmt (= Darmaktivität)
  • Regt Körpervorgänge an, die der Erholung dienen
  • Zuständig für Stimulierung von Verdauungsvorgängen

 

Fängt das Tier also an, sich gleich nach der Fütterung wieder zu bewegen, reagiert der Sympathikus und der Organismus legt die Darmaktivität und Verdauung erstmal auf Eis.

Wird die Ruhephase des Hundes zu kurz gehalten, kommt es in den meisten Fällen höchstens zu Blähungen.

Manchmal wird der Grund für die Ruhephase aber nicht mit der Verdauung, sondern eher mit der Gefahr der Magendrehung erklärt.

Was ist eine Magendrehung?

  • Der Magen des Hundes ist an Bändern im Körper des Tieres fixiert.
  • Dreht sich der Magen des Tieres um die eigene Achse erleidet er eine Magendrehung.
  • Sie kann für das Tier tödlich enden.

Natürlich kann Herumtollen direkt nach dem Fressen eine Magendrehung begünstigen. Das hängt jedoch auch mit vielen anderen Faktoren zusammen.

Hunde mit ungünstiger Anatomie, eher lockere Magenbänder oder auch wie man füttert spielt eine Rolle, ob eine Magendrehung auftritt.

Hohe Risikofaktoren sind Blähungen und eine ungünstige unausgewogene Darmflora. Problematisch an einer nicht ausgewogenen Darmflora ist vor allem, dass sich gasbildende Clostridien stark vermehren können, die ein höheres Risiko für eine Magendrehung darstellen.

Es gibt jedoch Hunde, während des Spazierganges gerne auf Futtersuche gehen, weil der Magen so grummelt.

Wenn du jedoch vormittags nicht so viel Zeit hast, dass du ihn nach seinem Futter ruhen lassen kannst, wäre es eine Möglichkeit der Fellnase ein kleines Frühstück zu geben. So ist der Bauch nicht zu voll, dass es für das Tier gefährlich wird und ihr könnt zu einem gemütlichen Morgenspaziergang ohne Futtersuche aufbrechen.

Mythos 5: Keine Mischung verschiedener Fütterungsarten

Tatsächlich können Probleme entstehen, wenn Nass- und Trockenfutter miteinander gemischt werden.

Schuld ist dabei aber nicht unbedingt immer die Verdauung, wie man oft hört.

Nahrungsmittel besitzen verschiedene Verdauungszeiten, so haben tierische und pflanzliche Komponenten unterschiedliche Verdauungszeiten.

Da jedoch bei Nass- und Trockenfutter trotzdem jeweils Gemüse und Fleisch im Napf landet, kann das ja nicht das eigentliche Problem sein. Wäre es das, könnten Menschen auch kein Steak und Salat gleichzeitig verzehren.

Die eigentliche Problematik, die bei der Mischung von Trocken- und Nassfutter entsteht, ist, dass der Halter oft den Überblick über die Futtermenge, Nährstoffe und Flüssigkeit verlieren kann.

Das führt leider schnell zu einer Überversorgung mancher Mineralien, Proteine oder Vitamine. Meistens zeigt dir das dein Hund schnell durch Verdauungsprobleme an.

Möchtest du trotzdem Trocken- und Nassfutter geben, kannst du das abwechselnd tun.

So könnte Nassfutter die Hauptnahrungsquelle für deinen Vierbeiner sein und Trockenfutter als Leckerlis für unterwegs genutzt werden. Aber auch hier solltest du immer aufpassen, dass du dein Hund nicht überfüttert wird.

Mythos 6: Konsistenz des Hundefutters: immer das Gleiche füttern

Die Antwort des Gesetzgebers darauf ist: „Füttert man ein gutes Alleinfutter sollte Wechsel verschiedener Futtersorten nicht nötig sein.“

Unter Alleinfutter versteht man ein Mischfuttermittel, welches alle nötigen Nährstoffe enthält und somit den Nahrungsbedarf des Tieres allein decken kann.

In der Theorie klingt das meist gut, ist es aber auch in die Praxis übertragbar?

Einfache Antwort: Nein.

Es wird seit Jahren diskutiert, ob es ein Alleinfuttermittel überhaupt geben sollte, denn eigentlich kann kein Alleinfutter auf den individuellen Hund abgestimmt sein.

Nicht nur die Rasse und das Alter des Tieres, sondern auch das Gewicht und der Aktivitätsgrad beeinflussen den Energie- und Nährstoffbedarf eines Tieres.

Genauso wie eine Hündin in der Trächtigkeit und zur Säugezeit einen anderen Nährstoffbedarf hat, als normal.

Was sind die Vorteile, das Hundefutter immer mal wieder zu verändern?

  • Im Welpenalter findet die Futterprägung statt und Hund lernt verschiedene Futterkomponenten zu akzeptieren und zu mögen
  • Bei einer Futtermittelallergie auf das vorherige Futter wird es schwer, dem Tier andere Futtersorten schmackhaft zu machen, wenn er so geprägt auf sein ursprüngliches Futter ist
  • Darmflora wird mit verschiedenen Bakterien konfrontiert, was wichtig für eine stabile Gesundheit ist
  • Immunsystem wird durch das Kennenlernen verschiedener Nahrungsmittel gestärkt

Bei einer Umstellung des Futters sollte man jedoch aufpassen, dass der Wechsel nicht zu schnell vollzogen wird.

Der Darm hat sich an das vorherige Milieu angepasst und reagiert schnell mit Durchfall, falls die Umstellung auf das neue Futter zu schnell ging.

In unserem Blogbeitrag zum Futterwechsel könnt ihr nachlesen, wie man es am besten macht.

Oft hört man auch die Behauptung, dass ein häufiger Futterwechsel Allergien und Unverträglichkeiten fördere.

Da sich Allergien langsam und durch wiederholten Kontakt mit dem Allergen (allergieauslösende Substanz) entwickeln, setzt es eine längere Dauer des Fütterns einer bestimmten Futtersorte voraus.

Die Entwicklung von Allergien sind oft eher Fehler des Halters, wenn der Hund sich noch im unentwickelten Welpenalter befindet. Setzt man ihn da mit zu vielen Proteinen auseinander fördert das die Sensibilisierung gegen Eiweiß und kann sich im Laufe des Hundelebens tatsächlich zu einer Allergie entwickeln.

Bei manchen Rassen sind in den Genen Dispositionen für die Entwicklung einer Futtermittelallergie vorhanden, was überhaupt nichts mit Futterwechseln zu tun hat. Beispielsweise sind Irish Setter sehr anfällig für eine Glutenallergie.

Allergien werden also eher weniger durch einen häufigen Futterwechsel gefördert, da das Immunsystem mit dem Allergen über eine längere Dauer konfrontiert werden muss .

Bei einer Intoleranz reagiert der Körper auf einen Bestandteil des Nahrungsmittels und kann dieses auf einmal nicht mehr so gut verwerten oder verdauen.

Die Unverträglichkeit entsteht meist tatsächlich durch einen zu schnellen Futterwechsel.

Sich an ein neues Futter zu gewöhnen bedeutet für den Organismus deines Vierbeiners immer viel Arbeit. Es sollte dir also klar sein, dass häufige Futterwechsel, die auch noch zu schnell aufeinanderfolgen, für dein Tier nie gesund sind.

Ganz egal, ob eine Intoleranz dadurch entsteht, oder nicht. Jeder Umstellung sollte Zeit gegeben werden.

Wie oben aber bereits erklärt, sind Futterwechsel zwischendurch definitiv keine schlechte Idee, da dein Tier so mit verschiedenen Futtersorten und Inhaltsstoffen vertraut gemacht werden kann.

Für ein wenig Abwechslung im Hundenapf kannst du zum Beispiel auf unserem Marktplatz für nachhaltiges Hundefutter sorgen:

Mythos 7: Essensreste sind schlecht für den Hund

Vom Teller sollte der Hund nicht fressen dürfen, das ist eher schädlich für die Erziehung des Vierbeiners.

Es ist aber total in Ordnung seinem Hund zwischendurch Essensreste zu geben. Jedoch unter zwei Voraussetzungen:

  1. Die Essensreste sind gesund und eignen sich für den Hundeorganismus
  2. Der Hund hat keine Allergie dagegen

Viele Menschen fürchten, dass ihr Hund durch das Füttern von Essensresten fettleibig werden könnte.

Die Befürchtung ist tatsächlich berechtigt, wenn sich der Halter des Tieres ungesund ernährt und seine Nahrung einen hohen Anteil an Fett, Zucker und Kalorien hat.

Für den Vierbeiner riecht das Ganze natürlich sehr gut und er wird auch immer wieder betteln, für seine Verdauung ist das jedoch nicht ideal.

Der hohe Salz-Anteil in menschlichem Essen scheint dagegen keinen Nachteil zu haben. Man sollte nur aufpassen, dass es nicht zu viel wird, falls der Hund unter chronischen Nieren Problemen leidet.

Auch andere Gewürze machen dem Vierbeiner normalerweise nichts aus, jedoch sollte man immer im Kopf behalten, dass jeder Hund individuell reagiert.

Nahrungsmittel, die man seinem Vierbeiner nicht verfüttern sollte, sind unter anderem:

  • Wurst
  • Speck
  • Fleisch mit Bratensoße

Außerdem sollte man davon absehen, dem Tier den kompletten Essensrest zu verfüttern. Vor allem bei einem unsensiblen Magen, sollte dein Vierbeiner nicht zu vielen neuen Nahrungsmitteln auf einmal ausgesetzt werden.

Wenn man vorhat den Hund auf Dauer mit den Essensresten zu füttern muss man den Rest der Nahrungsration des Tages etwas verringern.

Bei Hunden reicht oft nur ein kleiner Kalorienüberschuss, um zuzunehmen. Grundsätzlich ist es aber eine gute und vor allem ökologische Idee, Reste nicht wegzuschmeißen.

Mythos 8: Rohes Fleisch hat eine höhere Verdaulichkeit als Gekochtes

Um diesen Mythos zu beantworten sollten wir erst einmal klären, was genau Verdaulichkeit denn ist.

Die Verdaulichkeit beschreibt, dass Lebensmittel unterschiedlich stark in ihre Bestandteile zerlegt werde können. Je mehr Bestandteile entstehen, desto besser kann der Organismus diese Komponenten verwerten.

Laut mehrerer Studien gibt es keinen Unterschied in der Verdaulichkeit von rohem und gekochtem Fleisch.

  • Verdaulichkeit von rohem Fleisch = ca. 95%
  • Verdaulichkeit von gekochtem/gegartem Fleisch = ca. 93,5%

Werden dem Fleisch zusätzlich noch Kohlenhydrate hinzugefügt, was bei der Futterproduktion passiert, liegt die Verdaulichkeit für rohes und gekochtes Fleisch bei ca. 92%.

Man sollte sich dennoch im Klaren sein, dass rohes Fleisch von schädlichen Pathogenen, wie Salmonellen oder E. Coli, befallen sein könnte.

Außerdem solltest du dringlich davon absehen, deinem Hund rohes Schweinefleisch zu geben, da die Chance besteht, dass esvon der Aujeszky Krankheit befallen ist. Diese kann tödlich enden für deinen Vierbeiner.

Mythos 9: Dein Hund darf keine Schattengewächse fressen

Zu den Schattengewächsen zählen unter anderem Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen.

Nachtschattengewächse enthalten ein Steroid-Alkaloid, das sogenannte Solanin.

Alkaloide sind Verbindungen des Sekundärstoffwechsels, schädigen das Nervensystem und sind stark toxisch.

Wenn Solanin in den Organismus des Hundes gelangt kann es die Schleimhäute in Mitleidenschaft ziehen und zu Durchfall, Krämpfen und Atemlähmungen führen.

Das Alkaloid befindet sich direkt unter der Schale und in den Keimlingen. Erkennen kann man es an seiner grünen Färbung.

Aber jetzt zu den guten Nachrichten:

  • Tomaten sind essbar, wenn sie überreif sind
  • Durch das Erhitzen wird Solanin zum Großteil aufgelöst

Man kann seinem Hund also ohne Probleme die gekochten Kartoffeln, Tomaten oder Paprika ins Futter geben!

Bei Auberginen gehen die Meinungen jedoch auseinander. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man Auberginen, wie alle anderen Schattengewächse auch, roh einfach gar nicht verfüttert.

Auch das Kochwasser sollte man seinem Vierbeiner danach nicht ins Futter geben, da Solanin durch das Kochen ins Wasser übergeht.

Durch die Lagerung von Kartoffeln an dunklen Orten kann man die starke Solanin Bildung etwas eindämmen, da diese vor allem durch Sonneneinstrahlung geschieht.

 

Mythos 10: Trockenfutter ist gut für das Gebiss und gegen Zahnstein

Es stimmt zwar, dass das Kauen des Trockenfutters einen Abrieb der Zähne erzeugen kann, aber leider sind, trotz der Anpreisungen verschiedener Hersteller, die Brocken des Trockenfutters nicht groß genug, um gründlich zu reinigen.

Beobachte deinen Hund außerdem mal beim Fressen. Kaut er das Futter wirklich so genau?

Die Antwort ist, für einen Großteil der Tiere zumindest: Nein. Hunde sind Schlinger, sie zerstückeln das Futter nur in schluckbare Teile und kauen nicht so lange darauf herum, dass es Beläge entfernt.

Außerdem ist es immer wichtig die Inhaltsstoffe des Futters erst auf der Rückseite der Packung durchzulesen. Oft enthält Trockenfutter einen hohen Zuckeranteil.

Und da können die Brocken noch so gut an den Zähnen reiben, am Ende begünstigt das Futter eher die Bildung von Zahnstein, als dass es ihn entfernt.

Falls du deinem Hund wirklich etwas Gutes tun möchtest für seine Zähne, achte darauf, dass im Futter Natriumpolyphosphaten vorhanden sind.

Das in den Nahrungsmitteln erhaltene Kalium wird im Speichel gebunden und kann sich nicht mehr als Zahnstein absetzen.

Auch harte Kauartikel werden die Zähne deines Vierbeiners reinigen, eine Zahnsteinbildung vorbeugen oder entfernen können sie jedoch nicht.

Mythos 11: Hunde sollten Futter immer zur Verfügung haben

Im Gegensatz zum Hund besitzt der Mensch zwei Rezeptoren, die ermitteln, wann man satt ist.

Der eine sitzt im Magen und beobachtet, wie viel noch reinpasst. Der zweite ist im Gehirn und misst, wie hoch der Nährstoffgehalt im Blut ist.

Da die Vierbeiner diese Rezeptoren nicht haben, kennen sie kein Völlegefühl im Bauch.

Er wird so lange fressen, bis genügend Nährstoffe im Blut sind. Ob der Magen zu dem Zeitpunkt eigentlich schon viel zu voll ist, merkt dein Hund überhaupt nicht.

Was gibt es für Vorteile, wenn man das Futter nicht stehen lässt?

  • Der Tag bekommt einen geregelteren Ablauf. Durch das Planen der Fütterungszeiten kann man auch grob einschätzen, wann der Hund mal raus muss und das besser in den Tag einplanen.
  • Appetitlosigkeit ist oft das erste Symptom eines Hundes, wenn er krank ist. Bei uneingeschränktem Zugang zu Futter ist es oft schwer zu merken, ob er appetitlos ist.
  • Durch das durchgängige Stehenlassen des Futters werden Schädlinge wie Ameisen und Fliegen, aber auch Mäuse angelockt. Lässt man den Napf nicht den ganzen Tag stehen ist es einfacher, die Schädlinge aus dem Haus fern zu halten.
  • Man weiß, wann der Hund das letzte Mal gefressen hat und kann abschätzen, ob der Magen schon genug Zeit hatte zum Verdauen, bevor man mit ihm zu spielen anfängt.

Es ist also wichtig zu wissen, dass der Hund ein anderes Sättigungsgefühl besitzt als der Mensch und deswegen nicht so wie dieser den ganzen Tag freien Zugang zu Nahrung haben sollte.

Mythos 12: Pro Woche einen Fastentag einlegen

Dieses Gerücht hält sich hartnäckig und ist aus dem Wissen entsprungen, dass der Wolf ja nicht auch jeden Tag etwas zu fressen hätte.

Das ist grundsätzlich richtig. Falls es aber die Möglichkeit gäbe, jeden Tag etwas zu Fressen, würde er.

Der Wolf frisst sowieso anders als der Haushund. Seine Nahrung nimmt er unregelmäßig zu sich und wenn er ein größeres Raubtier erlegt hat, wird es komplett auf einmal gefressen.

Macht der Wolf das aus Gesundheitsgründen? Wohl eher nicht, es besteht inzwischen nur ein mangelndes Nahrungsangebot.

Hunde haben sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt, Futter regelmäßig zu bekommen. Das Futter ausfallen zu lassen könnte zu Stress für den Vierbeiner führen.

Außerdem regen Futterreize, wie Essensgeruch, raschelnde Verpackungen und auch das Öffnen der Kühlschranktür, die Produktion der Magensäure an.

Bekommt der Magen des Tieres daraufhin nichts zum Verdauen kann es zu einer Übersäuerung kommen und zu Sodbrennen oder gar Erbrechen führen.

Auch bei uns Menschen wird Fasten oft angepriesen, als die eine Möglichkeit, den Darm zu leeren und zu entschlacken. Dass der Darm in 24 Stunden entleert ist kann gut sein, dass er in der Zeit aber auch entschlackt und gereinigt sein soll wird ziemlich sicher eher nicht der Fall sein.

Oberflächlich ist er wahrscheinlich schon gereinigt, eine komplette Reinigung ist aber innerhalb von 24 Stunden nicht möglich.

  • Außerdem befinden sich Schadstoffe nicht nur im Darm, sondern auch in den Blutbahnen, in Organen und Zellen.
  • Die Ausscheidung verläuft auch nicht nur über den Darm; Leber, Niere und Haut sind ebenfalls daran beteiligt.
  • Die komplette Reinigung von Schadstoffen ist an einem Tag also unmöglich.

Wenn dein Vierbeiner unter einem Magen-Darm-Infekt leidet ist es oft ratsam einen Fastentag einzulegen. Dies sollte aber nur unter Aufsicht eines Tierarztes geschehen!

Mythos 13: Trockenfutter enthält alle wichtigen Mineralien und Vitamine

Da das Trockenfutter bei der Herstellung bis zu viermal erhitzt und weiterverarbeitet wurde, sind die natürlichen Nährstoffe am Ende zerstört. Tatsächlich geht im Durchschnitt die Hälfte aller Nährstoffe während der Verarbeitung verloren.

Aus diesem Grund sind die Vitamine im Futter meist künstlicher Ersatz, den der Organismus deines Vierbeiners gar nicht richtig aufnehmen kann.

Die synthetischen Vitamine sind außerdem nicht so effektiv wie die natürlichen und bleiben oft gar nicht so lange im Körper wie die „echten“.

Trockenfutter könnte laut Inhaltsstoffangabe alle wichtigen Mineralien und Vitamine enthalten, wie gesund die im Endeffekt für dein Tier sind ist aber in vielen Fällen fraglich.

Mythos 14: Ausgewachsene Hunde sollte man nur einmal pro Tag füttern

Auch bei diesem Thema scheiden sich oft die Geister. Meistens wird dieser Mythos aber als falsch erachtet.

Zwar wurden Hunde in der Vergangenheit oft nur einmal, und das nach getaner Arbeit, gefüttert. Der Grund warum viele Ernährungsexperten heute aber empfehlen, den Vierbeiner zweimal zu füttern, liegt an der Verdauung.

Kleinere Mahlzeiten können besser verdaut und verwertet werden, außerdem wird der Organismus deines Hundes weniger belastet und der Blutzuckerspiegel bleibt durchgehend im Gleichgewicht.

Das Füttern kleinerer Mahlzeiten hilft auch Bauchschmerzen und Blähungen zu vermeiden.

Ein durchschnittlicher Hundemagen entleert sich innerhalb von 6 bis 8 Stunden. Der Hund wird also bei nur einer Fütterung pro Tag sehr hungrig sein.

Hier können Futterreize ebenfalls die Produktion von Magensäure anregen und bei unterlassener Fütterung Sodbrennen oder Übersäuerung auslösen.

Mythos 15: Den Hund immer zur gleichen Zeit füttern 

Natürlich ist es nicht falsch seinen Vierbeiner immer um die gleiche Zeit herum zu füttern.

Rituale helfen Mensch und Tier den Tag zu Strukturieren und geben dem Hund Sicherheit.

Zu viel Pünktlichkeit könnte jedoch dazu führen, dass der Hund anfängt sein Futter einzufordern. Wenn man dann abends mal länger unterwegs ist oder den Hund aus einem anderen Grund nicht zur genauen Uhrzeit füttern kann, endet das eventuell sogar mit einem Bell-Konzert.

Ein Fütterungszeitspielraum ist wichtig, damit der Hund lernt, dass der Halter entscheidet, wann Fütterungszeit ist.

Die für den Text verwendeten Quellen findest du ürbigens hier.

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