Allergien beim Hund:

Symptome, Identifizierung und Therapie

Was kann man tun, wenn der Hund eine Allergie hat?

In unserem Beitrag „Allergien beim Hund: Wie sie entstehen und was das Futter dabei für eine Rolle spielt“, haben wir beschrieben, was Allergien eigentlich sind, wo der Unterschied zu einer Intoleranz liegt und auf welche Stoffe Hunde allergisch reagieren können.

In diesem Beitrag erfährst du mehr darüber, wie sich Allergien zeigen, wie man herausfinden kann, auf was ein Hund allergisch ist und wie man ihm helfen kann.

1. Symptome von Allergien

Allergien beim Hund können sich auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen äußern:

Häufige Symptome
  • Kratzen
  • Benagen und Belecken von Körperstellen
  • Gerötete und entzündete Haut
  • Chronische Ohr- und Augenentzündungen
  • Atembeschwerden
  • Durchfall

Es gibt aber auch seltenere Symptome, die glücklicherweise nicht bei vielen Hunden auftreten. Dazu zählen Störungen der Atmung, der Blutbildung, des Harnapparates, der Nerven, ein erhöhtes Aktivitätsniveau und eine schnelle Reizbarkeit des Tieres.

Die Symptome wirken sich meist negativ auf das Gesundheitswohl des Hundes aus und ziehen verschiedene Folgen nach sich, wie:

  • Verminderten Appetit
  • Häufigen Kotabsatz (3-10mal am Tag)
  • Blähungen und Darmgeräusche
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Wachstumsverzögerung

Da die meisten Symptome bei allergischen Reaktionen relativ ähnlich sind, kommt es oft vor, dass Futtermittelallergien mit atopischer Dermatitis verwechselt wird.

Die atopische Dermatitis ist ein Sammelbegriff für alle Varianten von Umweltallergien. Deren Ursachen sind vor allem Schimmelpilze, Staubmilben und Pollen. Es ist also wichtig einen Tierarzt miteinzubeziehen, um eine korrekte Diagnose zu bekommen.

2. Identifizierung des Allergens

Die Identifizierung eines Allergens ist aufgrund ähnlicher Symptome und Mischformen von Allergien nicht gerade einfach.

Wie bereits eindrücklich betont, sollte auch immer ein Tierarzt zur Hilfe gezogen werden, um das Tierwohl zu garantieren. Der Arzt wird das Tier im Normalfall erst auf Parasitenbefall untersuchen, um diesen auszuschließen. Meist wird dann mit einem Pricktest weitergemacht, um die Allergie zu identifizieren.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Identifikation von Allergien:

2.1. Pricktest

  • Verschiedene allergieauslösenden Substanzen werden auf die Haut getropft und mit einer Nadel angestochen.
  • Quaddelbildung (Hautreaktion) zeigt dann, gegenüber welchen Allergenen eine Empfindlichkeit besteht.

2.2. Zytologische Untersuchung

  • Untersuchung von Hautpartikeln.

2.3. Itrakutantest

  • Der Bluttest wird auch IgE-Test genannt.
  • Zeigt jedoch oft nur eine Allergie an, obwohl möglicherweise mehrere bestehen.
  • Kommt häufig vor, dass er falsch positive Ergebnisse liefert. Der Test zeigt an, dass ein bestimmtes Futtermittel angeblich nicht vertragen werde, der Hund verträgt es eigentlich aber schon.

2.4. Ausschluss- bzw. Eliminationsdiät

  • Der Hund erhält über 8 Wochen ein Futter, das aus nur einer Protein- und Kohlenhydratquelle besteht, bestenfalls wurde diese Quelle noch nie gefüttert.Häufig findet man in Fertigdiäten aus dem Handel Pferde-, Strauß-, Känguru- oder Insektenhaltiges Futter vor.
  • Nach der Diät kommt die Re-Challenge, auch Provokationsdiät genannt. Dem Diätfutter werden gezielt einzelne alte Eiweißquellen hinzugefügt, um zu sehen, ob das Tier allergisch reagiert.
  • Falls keine Reaktion erfolgt können nach und nach alle paar Wochen weitere Proteinquellen hinzugefügt werden.
  • Die Prozedur wird so lange wiederholt, bis das Allergen feststeht.
  • Möchte man keine Provokationsdiät füttern, muss dasselbe Diätfuttermittel so lange gefüttert werden, wie es das Tier verträgt.

Tipp: „Diät-Tagebuch“ als Hilfe für dich und den Tierarzt

Eine gute Idee ist es, während der Eliminationsdiät ein sogenanntes „Diät-Tagebuch“ zu führen.

Es hilft dir als Halter, aber auch dem Tierarzt, eine Übersicht über den Fortschritt der Diät und möglicher Probleme zu geben. Was genau du in dem Tagebuch festhalten möchtest ist natürlich dir überlassen und sollte auch immer auf deinen Hund angepasst werden.

Wir haben ein paar Ideen für dich gesammelt:

  • Gehen die Beschwerden / Symptome zurück?
  • Geht es dem Hund wieder besser? Wie ist seine Aktivität?
  • Verträgt er das Diätfutter?
  • Welches Diätfutter / welche Proteinquellen werden gefüttert?
  • Wurde aus Versehen etwas vom alten Futter gefüttert?

Falls eine Futtermittelallergie vorlag, sollten sich die Magen-Darm-Symptome nach zwei bis drei Wochen, und die Hautsymptome nach vier bis sechs Wochen verbessert haben.

Wenn jedoch keine Besserung durch die Eliminationsdiät eintritt, sollte man seinen Hund auf andere Krankheiten überprüfen lassen.

3. Hilfe bei einer Allergie

Sobald bekannt ist, worauf der Hund allergisch reagiert, ist es wichtig eine Futterumstellung durchzuführen, damit sich der Darm des Tieres wieder beruhigen kann. Da dort ein Großteil des Immunsystems liegt sind Futtermittelallergien und auch -unverträglichkeiten ernst zu nehmen.

Einem kranken Darm fällt es schwer, wichtige Nährstoffe aufzunehmen und zu verwerten. Zu diesen Nährstoffen zählen beispielsweise Vitamine, Mineralien und Spurenelemente.

Zu beachten gilt es Folgendes beim Futter für Allergiker:

  • Hochwertige Inhaltsstoffe
  • Inhaltsstoffe, die der Hund definitiv verträgt
  • Eiweißquellen wählen, die der Hund verwerten kann
  • Rohstoffe sollten nicht von Eiweiß kontaminiert sein, gegen die der Hund allergisch reagiert
  • Zugesetztes Fischöl sollte kein Fischeiweiß enthalten
  • Zutaten sollten leicht verdaulich sein
  • Vitamine sollten enthalten sein
  • Keine Farb- und Konservierungsstoffe

Es ist möglich, auf Dauer hypoallergenes Futter (Diätfutter) zu füttern, solange alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien vorhanden sind. Das ist besonders gut für Hunde, die insgesamt sehr empfindlich für Allergien sind.

Bei der Herstellung von hypoallergenem Futter wird durch die Hydrolyse das Eiweiß so stark verkleinert, dass das Immunsystem sie nicht mehr als Allergene erkennt.

Leider gibt es bei der Behandlung und Therapie von Hunden keine andere Möglichkeit Besserung zu erreichen, als das Allergen aus der Nahrung des Hundes komplett zu streichen. Jeder erneute Kontakt mit dem Allergen, ganz egal wie klein die Portion war, löst beim Tier wieder allergische Reaktionen aus. Deinem Hund kannst du also nur mit lebenslanger Elimination des Allergens helfen.

Falls du nun auf der Suche nach hypoallergenem Futter bist, können wir dir die folgende Auswahl empfehlen:

Die für den Text verwendeten Quellen findest du ürbigens hier.

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