Allergien beim Hund:

Wie sie entstehen und was das Futter dabei für eine Rolle spielt

Allergien beim Hund: wie sie entstehen und was das Futter dabei für eine Rolle spielt

Was sind eigentlich Allergien beim Hund?

„Unter einer Allergie versteht man eine chronisch verlaufende Erkrankung mit vermuteter oder nachgewiesener genetischer Prädisposition, die durch normalerweise unschädliche Substanzen in der Umgebung des Patienten ausgelöst bzw. unterhalten wird.“ (bft-online)

Eine Allergie ist die Reaktion auf harmlose Fremdstoffe, die das Immunsystem als gefährlich einstuft. Lebewesen nehmen die fremde Substanz über die Haut, Nase oder den Magen-Darm-Trakt auf und sobald es im Körper angelangt ist prüft das Immunsystem, ob in der Substanz krankheitserregende Stoffe vorhanden sind. Falls der Körper in der eigentlich unproblematischen Substanz eine schädliche erkennt, kommt es zum ersten Kontakt, der auch Sensibilisierung genannt wird, mit dem Stoff.

1. So entwicklen sich Allergien beim Hund

Das Allergen, der fremde „schädliche“ Stoff, ist meist ein wasserlösliches Protein oder ein Glykoprotein (ein Protein + ein Kohlenhydrat).

Das Allergen wird von Zellen, die in der Schleimhaut sitzen, aufgenommen. Diese Zellen präsentieren daraufhin Allergenpeptide (organische Aminosäureverbindungen) auf ihrer Oberfläche, um Helferzellen zu benachrichtigen. Die Helferzellen beginnen sofort mit der Produktion von allergenspezifischen Immunoglobulinen.

Immunoglobulin, kurz IgE, ist ein Antikörper und bindet das Allergen, um eine allergische Reaktion auszulösen und so dem Körper mitzuteilen, dass dieses Allergen ein gefährlicher Stoff ist.

Ab dem Zeitpunkt der Sensibilisierung versucht das Immunsystem bei jedem weiteren Kontakt den Fremdstoff zu bekämpfen, was in einer Allergie resultiert.

Warum ist Immunoglobulin überhaupt im Körper vorhanden?

Es gibt keine einheitliche These, warum Immunoglobulin (IgE) im Körper entwickelt wurde, aber über die Jahre haben sich zwei Hypothesen gefestigt.

  • Die immunologischen Antikörper haben sich gebildet, um gegen parasitische Infektionen anzukämpfen.
  • IgE wurde gebildet, um früh körperfremde Substanzen zu erkennen.

Allergiepotenzial von Lebensmitteln

Es kommt bei einer Allergie nicht nur auf den Fremdstoff an, sondern auch auf die Dauer und Häufigkeit, mit der der Hund mit der Substanz konfrontiert wird.

Das bedeutet schlussfolgernd, dass keine Substanz (oder Futtermittel) ein höheres Allergiepotenzial hat als ein anderes.

Reaktionsauslösende Stoffe können pflanzlicher, tierischer oder chemischer Natur sein.

Häufige Allergieauslöser sind Milben, Pollen, Flohspeichel, Schimmelpilze, Futtermittel, Insekten oder Kontaktallergene, wie beispielsweise Shampoos.

Verschiedene Allergietypen

Es gibt verschiedene Allergietypen von 1-4, wobei Typ I und Typ IV am häufigsten auftreten. Allergien gibt es jedoch oft auch als Mischformen und die Ähnlichkeit der Symptome erschwert die Diagnose zusätzlich.

Die Futtermittelallergie wird dem Allergie Typ I, auch Soforttyp genannt, zugeordnet.

Neben allergischen Reaktionen auf Nahrungsmittel zählen auch Allergien auf Gräser- und Baumpollen, sowie die Hausstaubmilbenallergie zu den Soforttypen.

2. Allergie = Intoleranz?

Oft wird eine Allergie mit einer Intoleranz, auch Unverträglichkeit genannt, gleichgesetzt oder verwechselt. Dabei sind es zwei unterschiedliche Reaktionen.

Eine Allergie, wie bereits geklärt, ist eine immunologische Abwehrreaktion auf körperfremde, eigentlich harmlose, Stoffe.

Eine Intoleranz ist nicht-immunologisch; verschiedene Bestandteile des Futters können plötzlich nicht mehr gut verwertet oder verdaut werden. Die bekanntesten Intoleranzen sind Fruktose- und Laktoseunverträglichkeiten.

Bei einer Laktoseintoleranz ist entweder ein Enzymmangel angeboren, oder die Darmschleimhaut durch eine Krankheit angegriffen worden und der Milchzucker kann nicht mehr aufgespalten werden.

Bei einer Fruktoseintoleranz herrscht ein Defekt im Transportmechanismus vor, der Fruktose durch die Darmwand bringen sollte und der Fruchtzucker kann nicht ausreichend im Dünndarm aufgenommen werden.

Die Reaktion des Körpers sind Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen. Bei Hunden kann ein plötzlich auftretender Futterwechsel beispielsweise für eine Unverträglichkeit verantwortlich sein.

3. Die Futtermittelallergie

Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem auf fremde, eigentlich ungefährliche, pflanzliche und tierische Substanzen. Es werden dadurch allergische Reaktionen auf Proteine und ihre Abbauprodukte ausgelöst.

 

Hauptauslösende Produkte

Rind

Lamm

Geflügel

Schwein

Weizen

Reis

Kartoffeln

Eier

Gemüse

Öle

Futterzusätze

Konservierungsstoffe

Am häufigsten treten Allergien gegen Fleisch auf, vor allem Rind, Schwein und Huhn. Die Zöliakie, eine immunologische Reaktion gegen Gluten, ist beim Hund dagegen eher unbekannt.

Viele Tiere reagieren jedoch auf mehrere Allergene gleichzeitig und ca. 20-30% leiden zusätzlich noch an weiteren allergischen Erkrankungen.

Oft findet die Sensibilisierung, der Erstkontakt mit dem Allergen, im Welpenalter statt. Viele Halter füttern ihren Welpen mit zu vielen verschiedenen Proteinquellen und fördern die Sensibilisierung gegen Eiweiß, die irgendwann als Allergie auftritt.

Sind Allergien genetisch vererbbar?

Ja, bei manchen Rassen liegt eine Allergie in der Erbanlage vor. Zum Beispiel hat der Coated Wheaten Terrier eine nachgewiesene Neigung für Futtermittelallergien.

Aber auch regionalen Unterschiede können sich auf Allergiehäufigkeit auswirken. So wird in England häufig Hammel- oder Lammfleisch gefüttert und Allergien gegen dieses Fleisch ist dort unabhängig von der Rasse des Tieres häufiger, als in Deutschland.

Hier findest du unsere Auswahl an hypoallergenem Futter:

Wie man eine Futtermittel-Allergie genau diagnostiziert und therapiert, das erfärhrst du hier.

Die für den Text verwendeten Quellen findest du übrigens hier.

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