Der große Hundefutter-Vergleich

Konventionell vs. bio, vegan und Insekt

Wie ernähre ich meinen Hund nachhaltig am besten?
– Der große Hundefutter-Vergleich von miDoggy

Laut Statistischem Bundesamt nimmt der Mensch pro Jahr durchschnittlich 60kg Fleisch zu sich.

Hunde hingegen fressen sogar ganze 164kg Fleisch, das ist fast dreimal so viel.

Das World-Watch-Institute in Washington gab an, dass Tierhaltung für die Hälfte aller Treibhausgase verantwortlich sei. Das kommt durch die Ernährung, Pflege und den Wasserverbrauch des Tieres zustande.

Aber wie jeder weiß stammt der Hund ja vom Wolf ab und ist deswegen Karnivor, Fleischfresser, und kann sich nicht anders ernähren als durch tierische Produkte.

Oder?

Was braucht mein Hund eigentlich?

Nehmen wir einen Modellhund zur Hand, der 15kg wiegt, mäßig aktiv ist und pro Tag rund 720kcal braucht. Das sind ca. 200gr Futter täglich.

Grundsätzlich ist die Ernährung bei Tieren dem Halter freigestellt, sofern auf die Gesundheit des individuellen Tieres geachtet wird.

Bevor man Änderungen vornimmt sollte man sich mehrere Dinge überlegen:

  • Welches Futter verträgt der Hund am besten?
  • Hat er Krankheiten, die eine spezielle Futterart und -form erfordern?
  • Kann man sich das Futter überhaupt leisten?

Das Futter sollte an Alter, Gewicht und die Lebensumstände angepasst werden. Oft kann auch Rasse, Temperament und „Nutzung“ des Hundes eine Rolle spielen. So braucht ein Nackthund beispielsweise mehr Energie, und somit mehr Futter, um seine Körpertemperatur konstant zu halten.

Wichtig ist, auf einen Nährstoffmix und eine ausgewogene Zusammenstellung der Zutaten zu achten.

Trockenfutter – Nassfutter. Was sind die Unterschiede?

Grundsätzlich kann man bei fast allen Futterarten (ob fleischhaltig, insektenhaltig oder vegan) zwischen Trockenfutter oder Nassfutter entscheiden. Manchmal sind auch Alleinfuttermittel verfügbar. Hier muss aufgepasst werden, dass alle wichtigen Nährstoffe beinhaltet sind.

Trockenfutter

Um Trockenfutter zu gewinnen werden getrocknete und gemahlene Rohstoffe erhitzt und zu Kroketten gepresst. Oft ist das Futter in großen Kilobeuteln verfügbar und kann so über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden.

Nassfutter

Bei der Nassfutter Zubereitung werden die Rohstoffe zerkleinert und vermischt. Dann werden sie in eine Aluminiumdose gefüllt und stark erhitzt, um alle Keime abzutöten.

 

Der große Vergleich von Hundefutter:

konventionell vs. vegan, bio oder Insekten

Konventionelle Ernährung eines Hundes

Konventionelles Futter besteht aus Fleisch der Massentierhaltung und -produktion und wirkt sich dadurch schädigend auf die Umwelt aus.

Fangen wir mal mit den zwei positiven Aspekten einer tierischen Ernährung an: Fleisch garantiert eine Zufuhr an Vitamin E und B12, sowie Mineralstoffen (bspw. Jod, Eisen, Calcium) und Proteinen (tractive). Außerdem werden für das Tierfutter im Gegensatz zur menschlichen Nahrung auch Schlachtabfälle verwertet. Es wird also fast alles vom toten Tier verwertet.

Leider wird dies von den vielen Nachteilen überschattet.

Das geschlachtete Tier wird vor der Weiterverarbeitung oft um die halbe Welt transportiert. Außerdem muss der Anteil an Nebenprodukten, die für das Hundefutter verwendet wurden, nicht angegeben werden. D.h., dass auf der Verpackung zwar alle Bestandteile aufgezählt werden, nicht aber deren Prozentsatz aufgezeigt werden muss.

Was kann konventionelles Hundefutter mitunter beinhalten?

  • Schlachtabfälle, wie Kutteln, Zungen, Innereien, Schnäbel, Klauen, Sehnen, Knorpel und Gefieder
  • Chemische Zusätze
  • Geschmacksverstärker
  • Stabilisatoren
  • Farbstoffe
  • Künstliche Vitamine

Leider werden auch oftmals tiefgefrorene Fleischblöcke verarbeitet, bei denen man nichts über deren Herkunft weiß. Rohstoffe werden zudem künstlich behandelt mit Aromen, Geschmacksverstärkern, Konservierung- und Farbstoffen. Trotz allen Zusätzen, die hier dem Futter beigefügt werden, fehlt es oft an Antioxidanten (wirken Altersprozess entgegen) oder Glucosamin (wirkt Arthrose vorbeugend).

Was können minderwertige Rohstoffe im Hundefutter auslösen?

  • Diabetes
  • Herzkrankheiten
  • Allergien
  • Arthrose
  • Krebs

Die Tierfutterindustrie kurbelt hiermit den Ausstoß von Treibhausgasen zusätzlich an, was die Umwelt massiv beeinträchtigt. Vielen ist gar nicht bewusst, wie schädlich die Fleischherstellung wirklich ist:

1 kg Rindfleisch =15.415l Wasser

Das sind mehr als 100 volle Badewannen. Auf den Jahresbedarf eines Hundes gesehen, mit der Annahme, er frisst ausschließlich Rindfleisch, sind es ganze 2.528.060 Liter Wasser. Das sollte deutlich aufzeigen, wie groß die Auswirkung eines so kleinen Tieres nur durch seine Ernährung tatsächlich ist.

Eine fast genauso schockierende Nachricht ist die des „Erdgasschnitzels“. Hans-Ulrich Grimm, ein deutscher Autor und Journalist, erklärte es so: Dem Erdgasgranulat, das aus abgefackeltem Erdgas von Erdölfeldern entsteht, werden bestimmte Bakterien hinzugefügt woraus eine Form von Protein entsteht.

Grund für diese neue Art von Protein ist der Entsorgungsdruck der Ölfeldinhaber. Dieses „Protein“ darf ins Hundefutter untergemischt werden und wird auf der Verpackung nur als Rohprotein gekennzeichnet. Der Begriff klingt gewollt allgemein, sodass man sich als Verbraucher nicht viel darunter vorstellen kann. Inzwischen wurde durch mehrere Studien bewiesen, dass es schädliche Auswirkungen auf die Tiere hat, wie Allergien, Magenverstimmungen, etc..

Bio-Futter – wirklich besser als das „normale“ Futter?

Biofutter besteht aus hochwertigem und unbelastetem Fleisch von gut behandelten Tieren. Auf den ersten Blick scheint sich beim Wechsel zum Biofleisch nicht viel zu verändern. Es beinhaltet trotzdem tierische Produkte und die alleine kurbeln den CO Ausstoß weltweit um ein Vielfaches an.

Trotzdem macht man mit Bio einen Schritt in die richtige Richtung. Das Bio-Siegel wird nur Produkten zertifiziert, die sich bestimmten Richtlinien anpassen.

Was sind die Vorteile von Bioprodukten?

  • Inhaltsstoffe frei von Zusätzen
  • Biologische Landwirtschaft
  • Artgerechte Tierhaltung
  • Regionalität
  • Nachhaltige Verpackung
  • Keine Verwendung exotischer Tierarten

Besonders positiv sticht hier natürlich heraus, dass die geschlachteten Tiere nicht aus einer Massentierhaltung stammen. Die Zahl der Tiere, die in Bio-Betrieben gehalten werden dürfen ist begrenzt. Sie haben mehr Platz und dürfen beim Transport nicht durch Stromstöße angetrieben werden (Ökotest). Hersteller dürfen dem Futter außerdem keine Konservierungsstoffe, Aromastoffe, Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe beimischen. Dadurch ist das Futter auch gleich noch gesünder für das Haustier.

Die geschlachteten Tiere kommen meist aus der Region, was umliegende Unternehmen und regionale Bauern fördert und außerdem lange Transportwege vermeidet. Fleisch aus der Region ist meist Lamm, Rind, Huhn und Schwein. Beim Fisch meist Karpfen und Forelle.

Man sollte als Käufer vor allem Abstand von exotischen Tieren, wie Känguru und Strauß, nehmen. Auch Meeresfrüchte sollte man meiden, da auch Tierfutter einen Faktor bei der Überfischung der Meere spielt. Dies vermeidet auch zusätzlichen CO Ausstoß durch lange Transportwege.

Trotzdem muss man auch bei Bio-Produkten aufpassen, was man kauft. Hat ein Produkt beispielsweise das europäische Gütesiegel (grünes Siegel mit weißem Blatt aus Sternen) stammt ein Anteil von 95% aus biologischer Herstellung. Die anderen 5% müssen jedoch nicht Bio-Qualität haben.

Gut ist, dass jegliche künstliche oder chemische Mittel trotzdem verboten sind. Um dem vorzubeugen kann man Produkte auswählen, die mit mehreren Siegeln und Zertifikaten ausgezeichnet sind. Bekannte Bio-Siegel sind Demeter, Biokreis und Ecoland (Hertzog). Oftmals sind die Richtlinien von nationalen Bioverbänden sogar strenger als die nationalen Bio-Standards.

Leider sind die Auflagen für Bauern sehr hoch. Das fördert einerseits das Importieren von Bio-Produkten aus dem Ausland und macht biologische Produkte zudem teurer. Dennoch ist es ein guter Schritt von der Massentierhaltung weg und hin zu einer tierfreundlicheren Herstellung von Hundefutter. 

Und wie die Umstellung dann ganz einfach und problemlos klappt, das erfährst du in unserem Beitrag zu Futterumstellung.

Entdecke das Bio Hundefutter auf unserem Marktplatz:

Futter auf Insektenbasis – gesund für den Hund?

Insektenfutter ist die Möglichkeit, unseren Haustieren Futter mit tierischem Protein auf eine der nachhaltigsten Art und Weisen zur Verfügung zu stellen.

Insekten zu essen gehört in vielen Ländern der Welt schon zur Normalität. Ob Thailand, Mexiko, Kolumbien oder Nigeria, hier haben Menschen schon lange Gefallen an den proteinreichen Tierchen gefunden. Wo es in Deutschland bei der Bevölkerung als menschliche Nahrung noch eher auf Ekel stößt, gibt es für Hunde und Katzen seit ein paar Jahren Tierfutter auf Insektenbasis.

Aber was genau sind denn die Vorteile, die Ernährung seines Tieres auf Insektenfutter umzustellen?

  • Alternative Eiweißlieferanten
  • Niedriger Verbrauch von Ressourcen
  • Geringer Ausstoß von Treibhausgasen
  • Wertvoller Eiweiß-, Fett- und Mineralstofflieferant und beinhalten Ballaststoffe und Mikronährstoffe (wie bspw. Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink)
  • Gute Grundlage für hypoallergenes und sensitives Futter

Schon länger griffen Tierärzte auf Insektenfutter zurück, wenn ein Hund oder eine Katze starke Allergien gegen jegliches andere Futter aufwiesen. Eiweißunverträglichkeiten und Allergien auf Fleisch und Milchprodukte ist unter Hunden inzwischen häufig vertreten. Deswegen ist es naheliegend sich bei diesen Problemen pflanzliche Eiweißquellen zu Nutzen zu machen.

Interessant sind auch die Unterschiede zwischen konventionellem Tierfutter und Insektenfutter. Gerade was den Ausstoß von Treibhausgasen oder den Wasserverbrauch angeht scheint das Insektenbasierte Futter viele Vorteile zu haben.

Insektenfutter besteht je nach Hersteller zu ca. 30% aus Insekten. Es wird mit Kräutern und verschiedenem Gemüse vermischt, wie zum Beispiel Süßkartoffeln.

Insekten sind wirbellose Tiere und haben meistens keine Nozizeptoren, die für das Schmerzempfinden verantwortlich sind. Das bedeutet, dass sie kein uns oder Tieren ähnliches Schmerzempfinden haben. Dadurch ist es oft für Menschen einfacher insektenbasiertes Futter zu kaufen, da die Insekten unseres Wissens nach kein Leid erfahren haben.

Dennoch muss man auch bei dieser Art des Fütterns aufpassen, mit was man seinem Hund in die Schüssel füllt.

Manche Hersteller geben mehr Chemie als tatsächliche Insekten zum Futter hinzu und strecken dieses dann mit Kartoffeln und Mehl.

Wichtig ist es auf der Packung nach den sog. Analytischen Stoffen zu suchen, da diese die chemischen Substanzen sind. Oft ist dieses Insektenfutter dann nicht viel nachhaltiger als die konventionelle Methode.

Viele Hersteller arbeiten nur mit 10-30% Insektenanteil und füllen den Rest des Futters, wie eben schon erwähnt, mit chemischen Produkten auf. Dadurch kommt das Tierfutter geschmacklich auch nicht unbedingt an normales Hundefutter ran, was zu einer Verschmähung des Hundes führen könnte.

Grundsätzlich ist insektenbasiertes Futter  eine gute und nachhaltige Idee, sofern der Käufer sich gut informiert und bei der Wahl des Futters aufpasst, was genau in der Tüte steckt.

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Vegane Ernährung wird als Retter der Erde betitelt, aber ist sie auch möglich für unsere Hunde?

Bei der veganen Hunde-Ernährung wird auf alle tierischen Produkte (Fleisch, Fisch, Milch, etc.) verzichtet und auf pflanzliche Produkte zurückgegriffen.

Wie mit vielen wissenschaftlichen Studien bewiesen wurde, ist die vegetarische und vegane Ernährung die umweltfreundlichste Art zu leben. Das Produzieren von Fleisch und Milchprodukten ist teurer und um ein Vielfaches umweltbelastender als pflanzliche Nahrung.

Grundsätzlich ist dem Hund egal, woher er sein Protein gewinnt. Ob es tierisch oder pflanzlich ist spielt bei einem ausreichend gedeckten Bedarf keine große Rolle.

Das Protein im Hundefutter wird beispielsweise aus Sojabohnen, Kartoffeln oder Erbsen hergestellt. Im Gegensatz zu Katzen, die reine Karnivoren sind, können Hunde alle nötigen Nährstoffe auch aus pflanzlichen Quellen gewinnen.

Wie beim Menschen auch muss man hier darauf achten, dass alle wichtigen Nährstoffe in den täglichen Futterportionen vorhanden sind. Manchmal sind diese schon dem Hundefutter zugefügt, beispielsweise Vitamine, Mineralien und Aminosäuren wie Vitamin B12 und Calcium.

Trotz der vielen Vorteile ist diese Art der Ernährung bei Hunden immer noch sehr kontrovers diskutiert.

Es ist vor und währenddessen wichtig, mit einem Tierarzt in Kontakt zu treten und sich mit ihm zu beraten.

Manche Tierärzte sind von Anfang an gegen eine vegane Ernährung. Andere, wie beispielsweise Ellen Kienzle, halten es für möglich. Kienzle rät jedoch davon ab, es bei trächtigen oder Milch gebenden Hündinnen, sowie bei Welpen zu versuchen. Hier sollte man eher auf tierische Nahrung zurückgreifen.

Die Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik spricht außerdem von einem möglichen Placeboeffekt am Anfang der Umstellung. Tiere bekommen bei einer solchen Änderung oft mehr Aufmerksamkeit des Halters und profitieren anfangs mehr, bevor es sich im Laufe der Umstellung wieder ändert.

Da das Futter aber oft so produziert wird, dass es noch einen leichten Fleischgeschmack besitzt, hat man meist kein Problem einer Futterverweigerung. Daher kommen auch die Bezeichnungen wie „Vegetarisches/Veganes Futter mit Huhn“ auf den Futterdosen.

Am besten wäre es wahrscheinlich das Hundefutter unter Aufsicht eines Tierarztes selbst herzustellen. Damit hat man auch die Möglichkeit, die Inhalte zu je nach Vorliebe des Hundes zu variieren. Das ist jedoch zeitaufwendig und kostspielig.

Die Wiener Universität beobachtete die Auswirkungen von veganer Hundeernährung an 20 Hunden über einen längeren Zeitraum. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass es keine gesundheitlichen Auswirkungen auf die Tiere hat.

Jedoch gibt es noch keine Langzeitstudien, die diese Beobachtungen untermauern. Eben deshalb sollte man eine solche Futterumstellung als Halter niemals alleine durchführen.

Allerdings schadet einem Hund ein Veggietag in der Woche nicht, was aber dennoch einen großen Einfluss auf den Schutz des Klimas hätte.

Entdecke das vegane Hundefutter auf unserem Marktplatz:

Und wie sollen wir unsere Hunde nun ernähren?

Hier findest du eine hilfreiche Übersicht, bei der du auf einen Blick den Einfluss auf die Umwelt der verschiedenen Hundfutterarten sehen kannst:

Hundefutter-Vergleich

Die Quellen und Berechnungen hierzu findest du übrigens in den Quellenangaben zum Beitrag.

Die eine richtige Ernährung für unseren Vierbeiner gibt es nicht. Sie muss immer auf den individuellen Hund angepasst und am besten mit einem Tierarzt besprochen werden.

Aber wie in diesem Artikel aufgezeigt gibt es mehrere Möglichkeiten, seinen Hund so nachhaltig zu ernähren, wie nur möglich. So lange man selbst die Lust und das Interesse mitbringt, kann man viel tun, um seinem Vierbeiner das beste zu ermöglichen während gleichzeitig auch die Umwelt geschützt wird.

Die für den Text verwendeten Quellen findest du ürbigens hier.

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